Wenn das Herz aus dem Takt gerät – neue Behandlung von Vorhofflimmern im Universitätsklinikum Krems

Krems – Um Vorhofflimmern, eine Herzrhythmusstörung, künftig noch schneller und effizienter behandeln zu können, wurde im Universitätsklinikum Krems nun die PFA-Methode etabliert. Bei dieser werden Zellen, welche Vorhofflimmern auslösen, durch Hochfrequenz-Impulse angegriffen. Die Vorteile für Patientinnen und Patienten liegen in der kürzeren und schonenderen Behandlung.

„Das Universitätsklinikum Krems ist einmal mehr Vorreiter beim Einsatz neuer Behandlungsmethoden und kann betroffenen Patientinnen und Patienten somit die bestmögliche Betreuung zukommen lassen“ betont der für Landes- und Universitätskliniken zuständige Landesrat Ludwig Schleritzko.

Vorhofflimmern ist eine Herzrhythmusstörung, bei welcher das Herz nicht im „normalen“ Takt schlägt. Hierbei „stolpert“ das Herz und schlägt in der Regel schneller als 100 Mal in der Minute – der Puls ist oftmals komplett unregelmäßig. Typische Symptome sind Herzrasen, Schwindel, sowie Schwächegefühle. Besonders gefährlich ist dieses Krankheitsbild, wenn es unentdeckt bleibt und somit das Risiko eines Schlaganfalles stark steigt.

Im Universitätsklinikum Krems wird nun eine neue Form der Ablation eingesetzt, welche bei Vorhofflimmern erfolgreich angewendet werden kann. Eine Ablation ist eine Technik, bei welcher Herzzellen mit einem Katheter verödet werden. Dies kann durch Hitze, Kälte, oder durch die neue PFA-Methode erfolgen. Bei der neuen PFA Methode (=pulsed-field-ablation) werden mittels Hochfrequenz-Impulse Zellen, welche Vorhofflimmern verursachen, erfolgreich angegriffen. Diese in der Onkologie bereits jahrelang verwendete Technik fand in den letzten Jahren zunehmend Eingang in die Kardiologie zur Behandlung von Rhythmusstörungen.

Die Vorteile für Patientinnen und Patienten sind vielseitig: Die Interventionen sind aufgrund der speziell geformten Katheter und der Möglichkeit der großflächigen Anwendung kürzer, wodurch eine Behandlungszeit von unter einer Stunde kein Problem mehr darstellt.

Im Zuge der Behandlung müssen außerdem weniger Katheter im Herzen platziert werden. „Bei dieser neuen Methode ist das Risiko einer Komplikation zudem viel geringer als bei herkömmlichen Ablationsmethoden“ betont Raphael van Tulder, Oberarzt an der klinischen Abteilung für Innere Medizin 1.

 

BILDTEXT
Das Team der Angiographie nach der ersten erfolgreichen Durchführung der neuen PFA-Ablationsmethode

v.l.n.r.: Hanspeter Fischer (Firma Boston), Florian Hlauschka (Firma Boston), Gisela Belishta, BSc, MA, DGKP Julia Gutmann, Prof. Dr. Daniel Scherr (MedUniGraz), Prim. Univ. Prof. Dr. Thomas Neunteufl, RT Isabell Peffer, OA Priv. Doz. Dr. Raphael van Tulder, OA Dr. Franz Glaser, DGKP Andrea Mayer, OA Dr. Attila Mihalcz, Ph.D., OA Dr. Nicolas Redl

 

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