Neue Operation im UK Krems: Zungenschrittmacher hilft bei Atemaussetzern im Schlaf

v.l.n.r.: Prim. Clin. Ass. Prof. Dr. Peter Errhalt, Prim. Clin. Assoc. Univ. Doz. Dr. Herbert Koinig, MBA, DGKP Doris Mayer, BSc, Prim. Clin. Assoc. Prof. Priv. Doz. Dr. Markus Brunner, MBA, OA Clin. Ass. Prof. DDr. Klaus Hackner, MSc

v.l.n.r.: Prim. Clin. Ass. Prof. Dr. Peter Errhalt, Prim. Clin. Assoc. Univ. Doz. Dr. Herbert Koinig, MBA, DGKP Doris Mayer, BSc, Prim. Clin. Assoc. Prof. Priv. Doz. Dr. Markus Brunner, MBA, OA Clin. Ass. Prof. DDr. Klaus Hackner, MSc

Krems – Bei Betroffenen von obstruktiver Schlafapnoe (=eine Atmungsstörung im Schlaf) erschlafft die Zungenmuskulatur während des Schlafs. Durch das unbewusste Zurückfallen der Zunge werden die Atemwege blockiert und die Atmung setzt kurzzeitig aus. Dies führt zu teils exzessiver Tagesmüdigkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten und Niedergeschlagenheit. Auch andere Erkrankungen wie Bluthochdruck können durch eine obstruktive Schlafapnoe auftreten oder verschärft werden. Dieses Krankheitsbild wird mit Hilfe einer CPAP-Maske behandelt, die von Patientinnen und Patienten jedoch oftmals als unangenehm empfunden wird.
Daher wurde nun, erstmals in Niederösterreich, ein Zungenschrittmacher erfolgreich implantiert, um die Beschwerden von Betroffenen nachhaltig zu lindern.

Obstruktive Schlafapnoe ist eine schlafbezogene Atmungsstörung, bei welcher die Atemwege während des Schlafs teilweise oder sogar vollständig blockiert sind. Dies kann zu
Atemaussetzern (=Apnoe) und flacher Atmung (=Hypopnoe) führen. Untertags kämpfen Betroffene meist mit Tagesmüdigkeit, Konzentrationsproblemen und verminderter Leistungsfähigkeit. Nahestehende Personen leiden in der Nacht zudem unter den meist lauten Schnarchgeräuschen.
„In solchen Fällen wird eine sogenannte CPAP-Maske verordnet. Hier wird während des Schlafens eine Maske getragen, welche über einen Schlauch mit einem Atemgerät verbunden
ist und die großen Atemwege offenhält. Das empfinden einige Patientinnen und Patienten aber als unangenehm und finden erst recht keinen erholsamen Schlaf“ erklärt Primar Peter Errhalt, Leiter der klinischen Abteilung für Pneumologie am Universitätsklinikum Krems.

Für Betroffene, die mit der CPAP Maske nicht zurechtkommen, gibt es nun eine neue, operative Methode: Ein Zungenschrittmacher. „Dieses Implantat sendet, ähnlich wie ein Herzschrittmacher, elektrische Impulse an die Nerven der Zunge, sodass diese sich im Schlaf zusammenzieht. Somit wird mehr Raum im Rachen geschaffen und die Atmung fällt einfacher.“ führt Primar Markus Brunner, Leiter der klinischen Abteilung für Hals-, Nasen-, und Ohrenkrankheiten, aus. Zur Implantierung des Schrittmachers benötigt es eine besondere Expertise, über die Brunner verfügt. Daher fand nun am 22. Juli 2025 die erste in Niederösterreich durchgeführte Zungenschrittmacher-Implantierung durch die klinische Abteilung für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten im Universitätsklinikum Krems erfolgreich statt. Die Vorteile für die Patientinnen und Patienten sind klar: Die Atemaussetzer in der Nacht werden reduziert, was zu erholsameren Schlaf, weniger Tagesmüdigkeit und einem allgemein besseren Wohlbefinden führt.
„Ob Betroffene für diese Operation in Frage kommen, hängt sowohl von anatomischen Faktoren, als auch vom Schweregrad der Erkrankung ab“ betont Klaus Hackner, Facharzt an der klinischen Abteilung für Pneumologie und führt weiter aus „Nicht für jede Patientin oder jeden Patienten ist diese Operation das Richtige. Daher ist es wichtig, diese Entscheidung interdisziplinär und in enger Abstimmung mit dem behandelnden Facharzt zu treffen“.

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Nicole Karall, MA
Universitätsklinikum Krems
Mitterweg 10, 3500 Krems
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