„Medizin war schon immer ein wichtiger Teil meines Lebens“ erklärt Ursula Ernst, die neue Leiterin des klinischen Instituts für Physikalische Medizin und Rehabilitation. Familiär bedingt kam sie bereits als junges Mädchen fast tagtäglich mit Patientinnen in Kontakt, was ihren restlichen beruflichen Werdegang stark beeinflussen sollte. „Mir war sehr schnell klar, dass ich nicht nur mit Menschen arbeiten, sondern ihnen vor allem auch helfen möchte“ betont die 54-Jährige.
Ihr beeindruckender Lebenslauf spricht für sich: Nach Abschluss des Medizinstudiums an den Medizinischen Universitäten Wien und Graz startete sie im Jahr 2000 ihre Karriere als Turnusärztin im Landesklinikum Melk und setzte ihre Laufbahn bald darauf am Universitätsklinikum Krems fort. Während ihrer Facharztausbildung etablierte sie das Akupunkturteam, stand nach Abschluss der Facharztausbildung als erste Oberärztin dem Institut zur Verfügung und erhielt zwei Mal die interimistische Leitung des klinischen Instituts für Physikalische Medizin und Rehabilitation. Zudem setzte sie sich für die Integration des interdisziplinären Schmerzteams ein, welches sie ebenfalls leitet. Während ihrer Tätigkeit als Fachärztin legte sie ein besonderes Augenmerk auf die Ausbildung junger Kolleginnen und Kollegen, was durch die Zusammenarbeit mit der Karl-Landsteiner-Privatuniversität, wo sie zusätzlich als Lehrbeauftragte tätig ist, sowie ihren Fokus auf Lehre, abgerundet wird. Nebenbei schloss sie unter anderem ihre Diplome zum Notarzt, der Akupunktur, der Manuellen Medizin, der Speziellen Schmerztherapie, und der Kardiologischen, Pulmologischen und Internistischen Rehabilitation ab.
Durch ihre umfangreiche Erfahrung nicht nur innerklinisch, sondern auch durch die mehrjährige Leitung eines Ambulatoriums für Physikalische Medizin und Rehabilitation im extramuralen Bereich, hat die engagierte Primarärztin im Universitätsklinikum Krems große Pläne: Besonders wichtig ist Primaria Ernst der Ausbau der Forschungstätigkeiten im Bereich der Onkologie. Im Zuge der Zertifizierungen des Lungen- und des Prostatakrebszentrums wurde noch einmal mehr die Wichtigkeit der Physikalischen Medizin hervorgehoben, weshalb sie eine enge Zusammenarbeit mit allen onkologisch tätigen Abteilungen und eine Weiterentwicklung innerhalb dieses Bereiches als unerlässlich ansieht. Hier spielt auch die onkologische Frührehabilitation eine wesentliche Rolle, denn gerade im Bereich der Onkologie gibt es kein Therapie-„Schema F“ – jede Patientin und jeder Patient benötigt eine individualisierte Behandlung. „Um der Strategie des Hauses, den Ausbau der Onkologie, gerecht zu werden, werden wir daher verstärkt unsere Ressourcen auch in diesem Bereich der Forschung einsetzen“ erklärt Primaria Ernst. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Zusammenarbeit mit der klinischen Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde im wachsenden Bereich der Psychosomatik.
Zusätzlich soll die Expertise im diagnostischen Bereich weiter verfeinert werden, um unter
anderem Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparats oder Nervenschäden, welche beispielsweise durch einen Unfall hervorgerufen werden, rascher und effizienter diagnostizieren und dadurch behandeln zu können.
Weiters wird ein gezielter Fokus auf den Bereich der frühen Rehabilitation im innerklinischen Bereich gelegt, um so Patientinnen und Patienten mit komplexen Krankheitsbildern eine intensivierte und multidisziplinäre Therapie anbieten zu können. Das Ziel dahinter: weniger Pflege und Betreuungsbedarf für die betroffenen Personen. Dieses Vorhaben wird von der Klinikleitung des Universitätsklinikums Krems nachhaltig unterstützt, wie Andrea Zauner-Dungl, ärztliche Direktorin, betont: „Der Patient steht bei uns ganz klar im Mittelpunkt. Von den ambitionierten Plänen unserer neuen Leiterin des klinischen Institutes für Physikalische Medizin und Rehabilitation werden daher nicht nur die Patientinnen und Patienten selbst profitieren, sondern in weiterer Folge auch Pflegezentren. Und genau das muss auch das Ziel innerhalb der NÖ Landesgesundheitsagentur sein: Eine Harmonisierung zwischen Kliniken, Pflegezentren und selbstverständlich auch den Patientinnen und Patienten.“
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Prim. Clin. Ass. Prof. Dr. Ursula Ernst
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