Mehr als 100.000 Menschen in Österreich leben mit der Diagnose „Demenz“. Diese Krankheit betrifft jedoch nicht nur die Personen selbst, sondern auch Familienmitglieder, Freunde und Bekannte. Oftmals wird zu Beginn erstmals ein etwas verändertes Verhalten wahrgenommen, Vergesslichkeit nimmt Überhand oder der Name der Nachbarin entfällt. Der erste Gedanke bei diesen nicht unbedingt eindeutigen Symptomen ist kaum Demenz, was eine Diagnose besonders schwierig macht.
Ist die Krankheit jedoch bestätigt, müssen sich vor allem auch Angehörigen und Freunde auf diese neue Situation einstellen. Um hierbei eine größtmögliche Hilfe zu bieten, hat Brigitte Bohmann, Stationsleitung der Station der Inneren Medizin 1 am Universitätsklinikum Krems, gemeinsam mit ihrem Team eine Angehörigenbroschüre mit dem Titel „Der Alltag mit Demenz: Broschüre für Angehörige“ gestaltet.
Hierin finden sich, erzählt aus der Sicht einer demenzkranken Person, alle Informationen rund um die Arten der Demenz und ihre Anzeichen, Ernährungstipps, Hilfestellungen in unterschiedlichen Situationen und Hinweise zur Verbesserung der Lebensqualität von demenzkranken Menschen. „Wir arbeiten täglich mit demenzkranken Patientinnen und Patienten und führen ausführliche Gespräche mit Angehörigen und Freunden. Meistens steht ein Gefühl klar im Vordergrund: Überforderung. Was muss ich beachten? Was ist jetzt zu tun? Das sind die ersten Fragen, die wir gestellt bekommen. Daher haben sich mein Team und ich dazu entschlossen eine Broschüre mit all den wichtigen Informationen aus Erfahrungswerten, welche wir über die Jahre gesammelt haben, zu erstellen“ erklärt Bohmann.
Die Angehörigenbroschüre wurde pünktlich zum Welt-Alzheimertag am 21. September im Klinikum Anwendung vorgestellt und soll Angehörigen und Freunden eine große Hilfestellung bieten. „In dieser Broschüre finden sich nicht nur hilfreiche Informationen zu rechtlichen Themen wie einer Erwachsenenvertretung, sondern auch Hinweise, auf welche man im Alltag gerne vergisst: So gibt es eine Auflistung an Fragen, welche demenzkranken Personen ein Lächeln ins Gesicht zaubern können. Es wird erklärt, wie man mit Schmerzen umgehen kann und wie sehr Düfte und Musik das Leben einer demenzkranken Person verändern. Im Namen der Klinikleitung möchte ich mich sehr für das Engagement und diese tolle Broschüre bedanken“ freut sich Annette Wachter, Pflegedirektorin des Universitätsklinikums Krems.
BILDTEXT
Brigitte Bohmann und ihr Team
v.l.n.r.: Bianca Murth, Lea Klaffl, Brigitte Bohmann, Krista Leberzipf, Judith Hagmann, Sandra Beneder
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